032 Lernen in der Landwirtschaft

Lernen in der Landwirtschaft

Mit zunehmenden Alter hat unser Gehirn eingefahrene Strukturen. Das hat zur Folge das es mit zunehmenden Alter schwieriger wird, etwas dazu zu lernen. Anderseits ist das Gehirn auch ein Muskel der trainiert werden kann. Für ältere Menschen ist es in der Regel eine größere Leistung etwas dazu zu lernen als für jüngere Menschen. Dieses Fahrradvideo auf YouTube macht dies sehr deutlich.

Es gibt vier Ebenen der Kompetenz

1. Unbewusste Inkompetenz:

Man hat keine Ahnung das man nichts weiß. Diese Ebene ist seht bequem. Hier fühlt sich alles gut an.

2. Bewusste Inkompetenz

Man weiß, dass man keinen Ahnung hat. Diese Erfahrung ist extrem unangenehm. Da es sich nach scheitern anfühlt. Jedoch muss hier jeder erfolgreiche Mensch durch. Nur hier kann der bewusste Entschluss zur Erweiterung der eigenen Kompetenzen gefällt werden.

3. Bewusste Kompetenz

Der Lernprozess ist im weit fortgeschritten und man weiß, dass man schon echt Ahnung hat.

4. Unbewusste Kompetenz

Einem ist gar nicht mehr Bewusst das man richtig Ahnung von etwas hat, da es sich so selbstverständlich anfühlt. Es ist in Fleisch und Blut übergegangen. Man kann sich gar nicht mehr vorstellen, wie es ist diese Kompetenz nicht mehr zu haben. Einerseits ist es total genial auf dieser Ebene zu sein, denn das macht das Leben und Arbeiten leicht. Man weiß genau und intuitiv was zu tun ist. Anderseits ist man auch ein schlechter Lehrer auf dieser Ebene, da man sich vieler kleiner wichtigen Details, die man während des Lernprozesses durchlaufen hat nicht mehr bewusst ist.

Der wichtigste Schritt ist der von Ebene 1 (Unbewusste Inkompetenz) auf Ebene 2! Denn nur durch die oftmals leidvolle Erfahrungen das man sich bewusst wird, das man keine Ahnung hat, ist ein dazulernen überhaupt möglich. Wenn dieses unangenehme Gefühl aufkommt, das man nur sehr begrenzt oder sogar keine Ahnung hat, dann ist eine wichtige Weggabelung zu Erfolg oder Misserfolg gekommen. Nimmst Du die Herausforderung an und gehst den mitunter sehr mühsamen und langwierigen Weg des Lernens oder versuchst du Misserfolge zu vertuschen und machst weiter wie bisher?

Wir brauchen eine Kultur des Scheiterns, Scheitern ist wichtig. Wer Angst hat zu scheitern läuft Gefahr nicht richtig in den Lernprozess einzusteigen. Menschen dürfen Fehler machen und auch scheitern!


5 Bereiche, um besser zu lernen.

Diese Bereiche gelten überall. Egal ob es um Milchviehaltung, Herdenmanagment oder Futterbau geht.

  • Lernen durch Menschen.

Viele Menschen sind weiter als Du und ich. Das ist wunderbar denn so können wir schneller vorankommen und können von den Erfahrungen anderer profitieren.

1. Möglichkeit: Mentoren gewinnen

Wir können uns Mentoren suchen und von Ihnen lernen. Wir leben in einer Welt in der es leicht ist sich zu vernetzten. Nutze diese Möglichkeit, so dass du mit deinen Zielen und Wünschen vorankommen.

2 Möglichkeit: sich coachen lassen

Ein guter Coach stellt gute Fragen damit Du deinen Weg findest. Der Coach kennt viele Möglichkeit andere Blickwinkel zu entdecken. Er kann Dir helfen Entscheidungen abzuwiegen. Er schaut von außen auf das System und kann so Dinge sehen, Dir die nicht richtig bewusst wahren. Ich selber habe 2014 angefangen mich professionell coachen zu lassen. Und bin immer noch begeistert von den langfristigen Ergebnissen. Ohne das Coaching wäre ich nicht da wo ich heute stehe.

Siehe Folge Burn Out in der Landwirtschaft!

  • Lernen durch Bücher

In einem Buch stecken oftmals Wissen und Erfahrungen, welche über Jahrzehnte mühsam aufgebaut worden sind. Durch das lesen kannst Du, Dir innerhalb kürzester Zeit, die wesentliche Erfahrungen des Autors aufnehmen und wertvolles Wissen anderer Menschen aneignen.

Buch Tipp für alle die mehr über das Lernen und Arbeiten in der Digitalisierung wissen möchten:

Morgen weiß ich mehr: Intelligenter lernen und arbeiten nach der digitalen Revolution von Marcus Klug und Michael Lindner**

  • Lernen durch Big Data

Es werden enorme Datenmengen gesammelt. Diese können Sinnvoll eingesetzt zu besseren Entscheidung führen. Wir müssen lernen Daten richtig zu interpretieren.

  • Lernen in Gruppen/Teams

Nehme an Projekten teil. Bilde bzw. werde ein Teil von einem Team, um dazu zu lernen. Dies ist ja in der Lehrzeit oder bei Ehrenämtern der Fall. Heutzutage lassen sich aber auch weltweit verteilte Teams zusammen stellen. Skype und co. machen es möglich.

  • Lernen über die Sinnesorgane

Je mehr Sinnesorgane wir zum lernen verwenden, desto nachhaltiger ist unser Lernen. Ich habe erst so richtig begriffen wie schädlich die gemeine Rispe für die Futteraufnahme ist, als ich ihren Geruch mit dem deutschem Weidelgras verglichen habe.


Mehr Infos zum Kuhverstand Ketose-Kurs!


Komm mit unsere Community: Erfolgreich mit Mlich Kühen!

Die Gruppe für alle, die mit langlebigen Kühen ihren Milchviehbetrieb weiterentwickeln wollen.

Hier geht es um Herdenmanagement, Mitarbeiterführung, Mindset, Umgang mit Veränderungen, Strategien, Tipps, und Tricks und Fragen aller Art rund um das Thema Milchproduktion und allem was damit zusammenhängt.


Wie fandest du diese Folge?

Schreibe doch gerne unter diese Folge ein Kommentar.

Viel Spaß mit Deinen Kühen und genieße das Leben!

Dein Christian Völkner

2 Kommentare
  1. Marcus Klug sagte:

    Hallo Christian,

    tolle Sendung zum Thema Lernen! Bringt alle wesentliche Aspekte dieses Themas sehr anschaulich auf den Punkt! “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr”, hat die Neurowissenschaft ja glücklicherweise mittlerweile widerlegt. Wir lernen nämlich ein Leben lang und es können sich auch noch im hohen Alter neue Synapsen ausbilden, allerdings geht es dann nicht mehr so schnell wie bei Hänschen! Ein wichtiger Zusatz dazu: die Rolle der Emotionen beim Lernen.

    Ein Beispiel dazu: ein 80-jähriger lernt relativ schnell Chinesisch. Wie kann das sein, obwohl wir im Alter ja angeblich nicht mehr so schnell lernen? Er hat sich bei seinem letzten China-Urlaub in eine Frau verliebt!

    Und: Desto älter du bist, desto mehr bist du auch dazu in der Lage, einzelne Wissensbausteine miteinander zu verknüpfen. Das ist der Unterschied zwischen der “kristallinen” und der “fluiden Intelligenz”. Wenn wir jung sind, können wir beispielsweise schneller Probleme lösen, während im Alter aufgrund unserer Erfahrung die Kompetenz steigt, vernetzt zu denken.

    Beste Grüße, Marcus

    Antworten
    • Christian Völkner sagte:

      Hallo Marcus,

      danke für dein Kommentar. Es freut mich sehr, dass Dir die Folge gefallen hat!

      Das mit dem vernetzten Denken im hohen Alter finde ich sehr Interessant. Es ist ein Jammer, dass bei vielen Menschen mit dem Eintritt in den Ruhestand, das Gefühl aufkommt. Nicht mehr gebraucht oder gar wichtig zu sein. Der Erfahrungsschatz und die Gelassenheit vieler Rentner kann für die junge Generation sehr wertvoll sein.

      Beste Grüße, Christian

      PS: Stimmt, Gefühle spielen glücklicherweise auch eine große Rolle! Ich hatte schon oft das Gefühl, dass ich besser dazu lerne wenn ich Spaß/Freude bei meiner Arbeit habe.

      Antworten

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