058| 1000kg mehr Milch durch das Messen der Trockenmasseaufnahme

1000kg mehr Milch durch das Messen der Trockenmasseaufnahme

Interviewgast Denise Völker ist Expertin für Rinderfütterung. Sie referiert regelmäßig im Club der alten Kühe. Ihre Beobachtung: Die meisten Kühe fressen zu wenig. Hier ist der größte Hebel in der Fütterung.

Fakten zu Denise Völker:

Was ist eine gute Futterration?

Dies lässt sich nicht pauschal beantworten.

Eine gute Kuhration sollte zum Betrieb passen und gerne gefressen werden. Viele Parameter werden durch den Standort und den Betrieb vorgegeben. Wichtig ist, dass sich die Kühe mit der Ration gesund füttern lassen.

Funktioniert die Kompakt-TMR?

Ja, Kompakt-TMR funktioniert. Aber sie passt oftmals nicht in den Betriebsablauf.

Was ist Denise Völker wichtig?

  • Angepasste Beratung an die jeweiligen Gegebenheiten
  • Hohe Grundfutterqualität
  • Bedarfsgerechte Rationen
  • Controlling, ob die Ration auch tatsächlich gefressen wird
  • Dass die Betriebe keine Angst vor Fütterung haben

Wieso bringt TM Messen mehr Milch?

Durch das Messen der Trockensubstanz kann man die Trockenmasseaufnahme berechnen. Das heißt, so kann die gerechnete und gefressene Ration abgeglichen werden. Oftmals fressen die Kühe zu wenig.

Ein wichtiger Teil in der Arbeit von Denise ist es, die Futteraufnahme der Kühe nach oben zu bekommen. Dieser Teil ist wichtiger als die letzen Gramm nXP auszurechnen.

Durch das Beschäftigen mit der TM-Aufnahme sind die Betriebsverantwortlichen schnell motiviert, an ihrer TM-Aufnahme zu arbeiten. Dies führt zu mehr Milch und gesünderen Kühen. 

Wodurch entstehen Schwankungen in den TS-Gehalten?

  • Witterung (Regen oder Sonne)
  • Unterschiede in der Entnahme vom Silostock
  • Unterschiedliche Zeiträume und Sorgfalt beim Silo aufdecken
  • Wie gleichmäßig ist der Silo übereinander in das Silo gefahren
  • Ausrichtung vom Futtersilo

Nicht nur Kühe lieben Langeweile, auch Pansenmikroben lieben Langeweile. 

Es ist wichtig immer, um die gleiche Uhrzeit, die gleichen Komponenten, in dem gleichen Verhältnis zu füttern. Auch feste Uhrzeiten für das Futterranschieben wirken sich positiv auf die Pansenmikroben aus. 

Das Ziel von Denise ist, dass die Betriebe eigenständig ihre Fütterung im Griff haben und gegebenenfalls selbstständig nachjustieren können.

„Ich werde nur besser, wenn ich besser werden muss.“

Früher dachte Denise, dass man erst besser werden sollte, bevor man wächst. Heute sieht sie es etwas anders. Denn Entwicklungssprünge entstehen oft dann, wenn man sich selber zur Entwicklung „zwingt“. 

So kann es sein, dass durch einen neuen Stall eine Entwicklung in der Fütterung, Milchleistungssteigerung, etc. unbedingt erforderlich ist, um den Kapitaldienst zu decken.

Es wird also eine Entwicklung mit höherer Wahrscheinlichkeit stattfinden. Dies bedeutet natürlich nicht, dass man sich kopflos ins Wachstum stürzen sollte!  Jeder braucht eine für sich selbst stimmige Entwicklungs-Strategie.


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Viel Spaß mit deinen Kühen und genieße das Leben

Dein Christian Völkner

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