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064| Kälberaufzucht mit System 

064| Kälberaufzucht mit System

Jan Köhler ist der Gewinner vom Preis der Tiergesundheit. Heute steht er Rede und Antwort  im Kuhverstand-Interview.

Wer ist Jan Köhler von der Luchbergmilch?

Jan Köhler ist Betriebsleiter auf dem Betrieb Luchbergmilch in Sachsen.

Er führt ein 20-köpfiges Team. Als gelernter Pflanzenbauer hat er sich seit 2010 in die Milchproduktion eingearbeitet. Für ihn ist klar: Wir brauchen einfache standardisierte Arbeitsabläufe, die sowohl für die Tiere und ebenso für die Mitarbeiter passend sind.

Eines seiner Ziele ist es, das Lebensalter der 500-köpfigen Milchkuhherde zu steigern. Deshalb ist er Mitglied im Club der alten Kühe. In den monatlichen Club-Webinaren teilt er seine Erfahrungen, um sich und andere Mitglieder auf ein höheres Level zu heben. Jan Köhler und sein Team haben 2019 den 1. Preis der MSD Tiergesundheit im Bereich der Kälberhaltung gewonnen. 

Kälber sind die Kühe von morgen.

Wer bei den Kälbern halbherzig agiert, bekommt später von der ausgewachsenen Kuh auch nur eine halbherzige Leistungsbereitschaft zurück. Es gibt in der Kälberaufzucht keine universelle Lösung der Probleme. Es muss betriebsindivuell an einer besseren Kälberaufzucht gearbeitet werden, das kostet Zeit, Kraft und Geld. Der Lohn für die Mühen sind leistungsstärkere, robustere und sicherlich auch glücklichere Kühe.

Was ist wichtig für eine erfolgreiche Kälberaufzucht?

  • Gute Erstversorgung mit qualitativ hochwertiger Biestmilch in den ersten 4 Stunden nach der Geburt.
  • Keimarme Umgebung für das Kalb
  • Ausreichende Versorgung mit Nährstoffen und Wasser
  • Gutes Klima für das Kalb
  • Hof-Team, welches „Kälberverstand“ besitzt und dieses Wissen im Stall auch umsetzt.
  • Konstruktive Zusammenarbeit mit dem Tierarzt und externen Experten der Kälberhaltung
  • Standardisierte Abläufe können für die nötige Konstanz sorgen
  • Dokumentation von echten Messwerten kann für eine bessere Entscheidungsgrundlage und Bewertung von Maßnahmen genutzt werden.

Was ist eine Kolostbar?

Die Kolostbar stellt für Kalb und Mitarbeiter eine warme angenehme Umgebung, für die erste Versorgung vom Neugeborenen mit dem wertvollen Erstgemelk (Kolostrum), dar. Da die Erstversorgung einen gewissen Zeitbedarf benötigt, ist es sinnvoll den Mitarbeitern diese wichtige Aufgabe so einfach wie möglich zu machen. Jan Köhler geht mit seiner Kolostbar einen vorbildlichen Weg.

Und wie kommst Du nachhaltig auf ein höheres „Kuhlevel“?

Nutze die Kuhverstand-Plattform.

Der “Club der alten Kühe” ist die Plattform für Kuhmenschen und ein Garant gegen Deine Betriebsblindheit. Im Club arbeiten wir an Deiner betrieblichen und persönlichen Entwicklung. Endlich mal ein unkomplizierter Erfahrungsaustausch mit anderen „Kuhmenschen“!

Jetzt unverbindlich in den “Club der alten Kühe” reinschnuppern. Mehr auf: https://kuhverstand.de/schnupper-webinar/

Ich freu mich auf Dich.

 

Links zur Sendung:

 

Viel Spaß mit Deinen Kühen und genieße das Leben!

Dein Christian Völkner

015 Interview mit Prof. Marina von Keyserlingk (University of British Columbia)

“They don’t like to live in an unpredictable world”

ist eine Kernaussage von

Prof. Marina von Keyserlingk von der University of British Columbia

Nina Marina von Keyserlingk ist auf einer 250-300ha großen Ranch mit Mutterkuhhaltung in Kanada aufgewachsen, sie forscht, um das Tierwohl in der Milchviehhaltung zu verbessern. 60-70 Prozent der Studenten der University of British Columbia arbeiten in der Milchviehwirtschaft. Die Studenten lernen die tägliche Praxis in der Milchviehhaltung kennen, da sie vor Ort wohnen und sämtliche Stallarbeiten übernehmen. Der Milchviehstall ist mit viel Hightech ausgestattet, zum Beispiel mit Wiegentrögen und Videokameras. Es kommen viele Studenten der Tiermedizin aus der ganzen Welt für 6 Monate nach Kanada um an der Universität dazuzulernen.

In diesem ersten Teil des Interviews stellt Nina die Arbeit der University of British Columbia vor.

Wir reden über die Bedeutung von Rangkämpfen in der Rinderhaltung.

Nina berichtet über ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit Generations-Konflikten auf der elterlichen Ranch.

Wir sprechen einige Forschungsprojekte durch, deren Ziel es ist, Forschungsergebnisse zu erhalten, die den Kühen das Leben in dem modernen Laufstall leichter macht.

Kühe wollen sich während der Kalbung von der Herde absondern, dies gilt vor allem tagsüber.

In den 6-8 Stunden vor der Kalbung stehen Kühe 20 bis 25 Mal auf und legen sich wieder hin. Bei rutschigem Boden in Abkalbeboxen haben die Kühe Angst, sich so häufig hinzulegen und aufzustehen. Daher wurden verschiedene Böden getestet auf denen, jeweils 15 cm, Häckselstroh verteilt wurde. Dabei schnitt Gummiboden am schlechtesten ab. Beton lag in der Mitte. Und Sandboden wurde am häufigsten zum Kalben aufgesucht. Ich habe einen Leitfaden mit 10 Tipps für die Kalbung entwickelt.

Kühe wollen nicht in einer unvorhersehbaren Welt leben. Bei Kühen, die drei Wochen lang vor der Kalbung eine stressige Zeit haben, ist das Immunsystem nach der Kalbung deutlich schlechter. Mehr zu diesem interessanten Versuch findest du ab der 28 Minute.

 

 

Kennst du schon den Club der alten Kühe?  Klicke hier um mehr zu erfahren!

 

Viel Spaß mit Euren Kühen!

Dein Christian Völkner